Der Verbandwechsel ist das Herzstück der Wundversorgung – und wird doch oft falsch gemacht. Zu häufig, zu selten, mit falscher Technik oder ungeeigneten Materialien. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, worauf es ankommt.
Vorbereitung
- Hände waschen – mindestens 30 Sekunden mit Seife, dann desinfizieren
- Material bereitlegen – alle benötigten Materialien griffbereit
- Einmalhandschuhe anziehen
- Unterlage – saubere Unterlage unter die Wunde legen
- Schmerzmittel – bei Bedarf 30 Minuten vorher einnehmen (nach ärztlicher Anweisung)
Schritt für Schritt
- Alten Verband lösen: Vorsichtig und langsam. Bei verklebten Verbänden mit steriler Kochsalzlösung anfeuchten. Nie ruckartig abreißen!
- Wunde beurteilen: Größe, Farbe, Geruch, Belag, Wundränder ansehen. Veränderungen dokumentieren.
- Wunde reinigen: Mit steriler Wundspüllösung (NaCl 0,9%) von innen nach außen spülen. Nicht mit Leitungswasser!
- Wundumgebung pflegen: Haut um die Wunde mit Hautschutzcreme oder Barrierefilm schützen.
- Neue Wundauflage: Passend zur Wundsituation auswählen und auflegen. Nicht zu fest, nicht zu locker fixieren.
- Fixieren: Mit Mullbinde, Schlauchverband oder hypoallergenem Pflaster. Bei empfindlicher Haut: Silikonpflaster.
- Dokumentieren: Datum, Zustand der Wunde, verwendetes Material notieren.
Häufige Fehler
- Zu häufiger Wechsel: Stört die Heilung. Moderne Auflagen können 2–7 Tage liegen bleiben.
- Leitungswasser: Nicht steril – bei chronischen Wunden nur sterile Lösungen verwenden.
- Watte auf die Wunde: Fasern bleiben in der Wunde zurück und stören die Heilung.
- Desinfektion mit Alkohol: Zerstört gesundes Gewebe. Nur geeignete Wundantiseptika verwenden.
- Zu feste Fixierung: Schnitt Blutversorgung ab, besonders an den Beinen.
Wann zum Fachpersonal?
Nicht jeden Verbandwechsel müssen Sie selbst machen. Bei komplexen Wunden, tiefen Wundtaschen oder unsicherer Beurteilung sollte geschultes Fachpersonal den Verband wechseln. Ein Pflegedienst kann den Verbandwechsel auf Rezept übernehmen.
15 Minuten
- Hände waschen und Material bereitlegen
Hände mindestens 30 Sekunden mit Seife waschen, dann desinfizieren. Alle benötigten Materialien griffbereit legen und Einmalhandschuhe anziehen.
- Alten Verband vorsichtig lösen
Den alten Verband langsam und vorsichtig entfernen. Bei verklebten Verbänden mit steriler Kochsalzlösung anfeuchten. Nie ruckartig abreißen.
- Wunde beurteilen und dokumentieren
Größe, Farbe, Geruch und Belag der Wunde beurteilen. Veränderungen dokumentieren – idealerweise mit Foto.
- Wunde reinigen
Mit steriler Wundspüllösung (NaCl 0,9%) von innen nach außen spülen. Kein Leitungswasser bei chronischen Wunden verwenden.
- Wundumgebung pflegen
Haut um die Wunde mit Hautschutzcreme oder Barrierefilm schützen, um Mazeration zu verhindern.
- Neue Wundauflage anlegen und fixieren
Passende Wundauflage auflegen – nicht zu fest, nicht zu locker. Mit Mullbinde, Schlauchverband oder hypoallergenem Pflaster fixieren. Bei empfindlicher Haut Silikonpflaster verwenden.
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