Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den häufigsten Verletzungen im Alltag. Während leichte Verbrennungen meist von selbst heilen, können schwere Verbrennungen zu chronischen Wunden führen, die spezialisierte Versorgung erfordern. Entscheidend ist die richtige Erstversorgung und die Einschätzung der Schwere.
Grade der Verbrennung
Grad I – Oberflächlich: Nur die Oberhaut ist betroffen. Rötung, Schmerzen, leichte Schwellung – wie ein Sonnenbrand. Heilt in 3–7 Tagen ohne Narben.
Grad IIa – Oberflächlich dermal: Oberhaut und obere Lederhaut sind beschädigt. Blasenbildung, starke Schmerzen, feuchter Wundgrund. Heilt in 2–3 Wochen meist ohne Narben.
Grad IIb – Tief dermal: Die Lederhaut ist größtenteils zerstört. Weißlicher Wundgrund, reduziertes Schmerzempfinden. Heilt langsam, oft mit Narbenbildung. Hauttransplantation kann nötig sein.
Grad III – Vollständig: Alle Hautschichten sind zerstört. Lederartige, weiße oder braune Haut, kein Schmerzempfinden. Heilt nicht von selbst – operative Versorgung notwendig.
Richtige Erstversorgung
- Kühlen: Sofort mit lauwarmem (!) Wasser (15–20°C) für 10–20 Minuten. Kein Eis, kein eiskaltes Wasser!
- Kleidung entfernen: Nur wenn sie nicht an der Haut klebt
- Blasen nicht öffnen: Sie schützen die darunterliegende Haut
- Steril abdecken: Mit Metalline-Folie oder sterilem Verband
- Keine Hausmittel: Kein Mehl, keine Butter, keine Zahnpasta!
Wann ins Krankenhaus?
- Verbrennungen größer als die Handfläche des Betroffenen
- Verbrennungen im Gesicht, an Gelenken, Genitalien oder Händen
- Ab Grad IIb oder höher
- Verbrennungen bei Kindern oder älteren Menschen
- Inhalationsverletzungen (Rauchvergiftung)
- Elektrische oder chemische Verbrennungen
Narbenpflege nach Verbrennungen
Verbrennungsnarben brauchen langfristige Pflege: Kompressionskleidung, Silikonauflagen, konsequenter Sonnenschutz und regelmäßiges Eincremen helfen, die Narbenbildung zu minimieren. Die Narbenreifung dauert 12–24 Monate – in dieser Zeit ist die Pflege besonders wichtig.
