Diabetischer Fuß

Das diabetische Fußsyndrom ist eine der häufigsten Folgeerkrankungen bei Diabetes mellitus. In Deutschland sind rund 250.000 Menschen betroffen – jedes Jahr werden etwa 40.000 Amputationen durchgeführt, die in vielen Fällen vermeidbar wären. Der Schlüssel: Früherkennung, konsequente Fußpflege und professionelle Wundversorgung.

Was ist das diabetische Fußsyndrom?

Nervenschäden (Neuropathie) und Durchblutungsstörungen (Angiopathie) führen dazu, dass an den Füßen Wunden entstehen, die schlecht oder gar nicht heilen. Weil Betroffene Schmerzen oft nicht mehr spüren, werden kleine Verletzungen übersehen und entwickeln sich zu chronischen Wunden.

  • Neuropathischer Fuß (ca. 50%): Nerven geschädigt – Fuß ist warm, trocken, gefühllos
  • Angiopathischer Fuß (ca. 15%): Durchblutung gestört – Fuß ist kühl, blass, schmerzhaft
  • Mischform (ca. 35%): Beide Ursachen gemeinsam

Warnsignale: Wann zum Arzt?

  • Wunde am Fuß, die nach 2 Wochen nicht heilt
  • Verfärbungen an Zehen oder Fuß (schwarz, blau, dunkelrot)
  • Schwellung, Rötung oder Überwärmung
  • Übler Geruch aus einer Wunde
  • Fieber in Verbindung mit einer Fußwunde
  • Gefühllosigkeit oder Kribbeln (Frühzeichen)

Vorbeugen: 7 Tipps für gesunde Füße bei Diabetes

  1. Tägliche Fußkontrolle – jeden Tag Füße anschauen, auch die Unterseite (Spiegel nutzen)
  2. Richtige Fußpflege – Füße waschen, gut abtrocknen, eincremen
  3. Passende Schuhe – keine Druckstellen, nicht barfuß laufen
  4. Professionelle Fußpflege – medizinische Fußpflege, keine Selbstbehandlung mit scharfen Instrumenten
  5. Blutzucker im Zielbereich – die wichtigste Maßnahme
  6. Nicht rauchen – Rauchen verschlechtert die Durchblutung massiv
  7. Regelmäßige ärztliche Kontrolle – mindestens einmal jährlich Fußuntersuchung

Behandlung bei Wunden am diabetischen Fuß

Die Behandlung erfordert ein Team aus Diabetologen, Gefäßmedizinern und Wundexperten. Die Wunde wird professionell gereinigt, mit modernen Wundauflagen versorgt und regelmäßig kontrolliert. Gleichzeitig muss der Blutzucker optimal eingestellt und die Druckentlastung sichergestellt werden. Ein spezialisiertes Wundzentrum koordiniert alle Maßnahmen.