Bevor eine chronische Wunde heilen kann, muss sie sauber sein. Abgestorbenes Gewebe, Beläge und Verunreinigungen behindern die Heilung und erhöhen das Infektionsrisiko. Die fachgerechte Wundreinigung – medizinisch Débridement – ist deshalb ein zentraler Baustein der modernen Wundversorgung.
Warum ist Wundreinigung so wichtig?
Abgestorbenes Gewebe (Nekrose) und Wundbeläge bilden einen Nährboden für Bakterien. Sie blockieren die natürliche Wundheilung und verhindern, dass Wundauflagen und Medikamente wirken können. Erst nach gründlicher Reinigung kann die Wunde in die Heilungsphase eintreten.
Methoden der Wundreinigung
Chirurgisches Débridement
Abgestorbenes Gewebe wird mit Skalpell, Schere oder scharfem Löffel entfernt. Die schnellste und gründlichste Methode. Wird von Ärzten oder speziell ausgebildeten Wundtherapeuten durchgeführt. Bei großflächigen Nekrosen unter örtlicher Betäubung oder Narkose.
Autolytisches Débridement
Feuchte Wundauflagen (z. B. Hydrogele) weichen abgestorbenes Gewebe auf – der Körper baut es dann mit eigenen Enzymen ab. Sanfteste Methode, braucht aber mehr Zeit (Tage bis Wochen). Schmerzarm und gut verträglich.
Enzymatisches Débridement
Spezielle Enzyme (z. B. Kollagenase) werden als Salbe auf die Wunde aufgetragen und lösen gezielt abgestorbenes Gewebe auf, ohne gesundes Gewebe anzugreifen.
Biochirurgisches Débridement (Madentherapie)
Steril gezüchtete Fliegenlarven werden auf die Wunde aufgebracht. Sie fressen ausschließlich abgestorbenes Gewebe und scheiden gleichzeitig antimikrobielle Substanzen aus. Klingt ungewohnt, ist aber hochwirksam – besonders bei Wunden mit multiresistenten Keimen.
Mechanisches Débridement
Spülung mit Wundspüllösungen unter Druck oder Einsatz spezieller Wundreinigungs-Pads. Wird oft unterstützend bei jedem Verbandwechsel eingesetzt.
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