Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) – umgangssprachlich Schaufensterkrankheit – ist eine der häufigsten Ursachen für chronische Wunden an den Beinen und Füßen. Rund 4,5 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen. Wenn die Arterien verengt sind, bekommt das Gewebe zu wenig Sauerstoff – und Wunden heilen nicht mehr.
Was passiert bei pAVK?
Bei der pAVK verengen sich die Arterien durch Ablagerungen (Arteriosklerose). Das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen, die Beine und Füße werden schlechter durchblutet. Im fortgeschrittenen Stadium reicht die Durchblutung nicht einmal mehr in Ruhe aus – dann drohen Gewebeuntergang und chronische Wunden.
Stadien der pAVK
- Stadium I: Gefäßverengung ohne Beschwerden – Zufallsbefund
- Stadium II: Schmerzen beim Gehen (Claudicatio intermittens) – die klassische Schaufensterkrankheit
- Stadium III: Schmerzen bereits in Ruhe, besonders nachts – Beine hängen lassen lindert
- Stadium IV: Gewebeuntergang (Nekrose) und chronische Wunden – Amputation droht
Unterschied zu venösen Wunden
Arterielle und venöse Wunden werden oft verwechselt – die Behandlung ist aber grundverschieden:
- Arterielle Wunden: An Zehen, Fersen, Fußrücken. Blasse, kühle Haut. Starke Schmerzen. Keine Kompression!
- Venöse Wunden: Am Innenknöchel. Warme, bräunliche Haut. Ödeme. Kompression ist die Therapie.
Wichtig: Kompressionstherapie bei arteriellen Wunden kann gefährlich sein! Die Ursachendiagnostik ist deshalb entscheidend.
Risikofaktoren
- Rauchen – der größte Risikofaktor (3–5x erhöhtes Risiko)
- Diabetes
- Bluthochdruck
- Erhöhte Blutfettwerte
- Bewegungsmangel
Behandlung
Die Behandlung arterieller Wunden erfordert zunächst die Verbesserung der Durchblutung – durch Gehtraining, Medikamente oder gefäßchirurgische Eingriffe (Stent, Bypass). Erst wenn die Durchblutung ausreichend ist, kann die Wunde mit modernen Methoden versorgt und zur Heilung gebracht werden. Ein interdisziplinäres Team aus Gefäßchirurgen und Wundexperten erzielt die besten Ergebnisse.
