Postoperative Wunden

Eine Wundheilungsstörung nach einer Operation ist häufiger als viele denken: Je nach Eingriff entwickeln 2 bis 5 Prozent aller Patienten Komplikationen bei der Wundheilung. Besonders gefährdet sind Menschen mit Diabetes, Durchblutungsstörungen, Übergewicht oder geschwächtem Immunsystem.

Wann heilt eine OP-Wunde normal?

Eine unkomplizierte OP-Wunde durchläuft drei Phasen: In den ersten Tagen reinigt sich die Wunde (Entzündungsphase), dann bildet sich neues Gewebe (Proliferationsphase), und schließlich reift die Narbe (Umbauphase). Hautfäden oder Klammern werden meist nach 7 bis 14 Tagen entfernt. Die vollständige Narbenreifung dauert bis zu einem Jahr.

Warnsignale: Wann stimmt etwas nicht?

  • Zunehmende Rötung und Schwellung nach dem 3. Tag (statt besser wird es schlechter)
  • Wundsekretion: Trübe, gelbliche oder übelriechende Flüssigkeit
  • Nahtdehiszenz: Die Wundränder gehen auseinander
  • Fieber über 38,5°C in den Tagen nach der OP
  • Verhärtung oder Überwärmung im Wundbereich
  • Zunehmende Schmerzen statt Besserung

Häufige Komplikationen

Wundinfektion: Bakterien gelangen in die Wunde und verursachen eine Entzündung. Betrifft etwa 1–3% aller chirurgischen Eingriffe. Risikofaktoren: Diabetes, Rauchen, Adipositas, lange OP-Dauer.

Serom und Hämatom: Ansammlungen von Wundflüssigkeit oder Blut unter der Naht. Können die Heilung verzögern und müssen manchmal punktiert werden.

Nahtdehiszenz: Die Wunde öffnet sich wieder – besonders an Stellen mit viel Spannung (Bauch, Gelenke). Erfordert oft eine erneute chirurgische Versorgung.

Keloid und hypertrophe Narbe: Überschießende Narbenbildung, besonders bei genetischer Veranlagung.

Was fördert die Heilung nach einer OP?

  • Nicht rauchen – Rauchen halbiert die Durchblutung der Haut
  • Eiweißreich essen – der Körper braucht Bausteine für neues Gewebe
  • Wunde trocken halten – Duschen meist ab Tag 2–3 erlaubt, kein Baden
  • Belastung reduzieren – kein schweres Heben, Bewegung nach ärztlicher Anweisung
  • Kontrolltermine einhalten – frühzeitiges Erkennen von Problemen

Wann zum Wundzentrum?

Wenn eine OP-Wunde nach 2–3 Wochen keine Heilungstendenz zeigt oder sich wiederholt infiziert, ist die Vorstellung in einem spezialisierten Wundzentrum sinnvoll. Dort können die Ursachen abgeklärt und moderne Wundversorgungsmethoden eingesetzt werden, die über den normalen Verbandwechsel hinausgehen.