Kleine Schürfwunde oder ernstes Problem? Diese Frage stellen sich viele Menschen. Die meisten Wunden heilen von selbst – mit etwas Geduld und einem Pflaster. Aber manchmal braucht eine Wunde mehr als Hausmittel. Und manchmal ist es sogar gefährlich zu warten.
Normale Wundheilung: Was ist zu erwarten?
Jede Wunde durchläuft drei Phasen:
- Reinigungsphase (Tag 1–4): Die Wunde blutet, nässt und entzündet sich leicht – das ist normal. Der Körper räumt auf und wehrt Keime ab.
- Aufbauphase (Tag 4–21): Neues Gewebe bildet sich, die Wunde wird kleiner und flacher. Typisch: rötliches, körniges Gewebe (Granulation).
- Reifungsphase (ab Tag 21): Die Wunde schließt sich mit neuer Haut. Die Narbe ist anfangs rötlich und wird mit der Zeit blasser.
Faustregel: Eine normale Alltagswunde sollte innerhalb von 2–3 Wochen deutlich besser werden. Wenn nicht, stimmt etwas nicht.
7 Warnsignale: Jetzt zum Arzt!
1. Die Wunde heilt nach 2 Wochen nicht
Wenn eine Wunde nach 14 Tagen keine Besserung zeigt oder sogar größer wird, gilt sie als verzögert heilend. Ab 4–6 Wochen spricht man von einer chronischen Wunde. Die Ursache muss gefunden werden – oft steckt eine Grunderkrankung dahinter.
2. Zunehmende Rötung, die sich ausbreitet
Eine leichte Rötung direkt um die Wunde ist normal. Alarmierend wird es, wenn: die Rötung sich über den Wundrand hinaus ausbreitet, ein roter Streifen vom Wundgebiet weg zieht (Richtung Herz – Hinweis auf Lymphangitis, sofort zum Arzt!) oder die Haut ringsum heiß und geschwollen ist.
3. Eiter oder übler Geruch
Klare oder leicht gelbliche Wundflüssigkeit ist normal. Kein gutes Zeichen sind: dickflüssiger, gelb-grüner Eiter, fauliger oder süßlicher Geruch oder trübe, verfärbte Wundflüssigkeit. Das sind Zeichen einer Wundinfektion.
4. Fieber
Fieber in Verbindung mit einer Wunde ist immer ein Alarmsignal. Es zeigt, dass der Körper gegen eine Infektion kämpft, die sich über die Wunde hinaus ausbreitet. Ab 38,5°C und in Kombination mit einer Wunde: sofort zum Arzt.
5. Starke oder zunehmende Schmerzen
Wundschmerzen sollten Tag für Tag etwas weniger werden. Wenn die Schmerzen stattdessen zunehmen, pochend werden oder plötzlich stärker auftreten, kann das auf eine Infektion oder eine Durchblutungsstörung hindeuten.
6. Taubheitsgefühl rund um die Wunde
Wenn die Haut um eine Wunde taub wird oder kribbelt, kann das auf Nervenschäden hindeuten – besonders bei Diabetikern ein ernstes Warnsignal für das diabetische Fußsyndrom.
7. Verfärbungen der Haut
Bläuliche, schwarze oder dunkelrote Verfärbungen um eine Wunde herum deuten auf absterbende Gewebe (Nekrose) oder schwere Durchblutungsstörungen hin. Das ist ein Notfall.
Risikofaktoren: Wer sollte besonders aufmerksam sein?
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, dass eine Wunde chronisch wird:
- Diabetes mellitus – gestörte Durchblutung und Nervenfunktion
- Durchblutungsstörungen – pAVK oder Venenschwäche
- Immunschwäche – durch Erkrankung oder Medikamente
- Mangelernährung – zu wenig Eiweiß, Vitamine, Spurenelemente
- Medikamente – Kortison, Blutverdünner, Immunsuppressiva
- Rauchen – reduziert die Hautdurchblutung um bis zu 50%
- Hohes Alter – die Haut wird dünner und heilt langsamer
- Adipositas – erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen
Wohin bei einer schlecht heilenden Wunde?
Erster Ansprechpartner: Ihr Hausarzt. Er kann die Wunde beurteilen und bei Bedarf an einen Spezialisten überweisen.
Spezialisierte Hilfe: Wenn eine Wunde nach 4–6 Wochen nicht heilt, ist die Vorstellung in einem spezialisierten Wundzentrum sinnvoll. Dort arbeiten zertifizierte Wundexperten, die die Ursache finden und einen individuellen Therapieplan erstellen. Wundzentren wie WundSTARK am Niederrhein bieten eine umfassende Diagnostik und Behandlung chronischer Wunden.
Ihre Wunde heilt nicht? Mehr Informationen und Hilfe bei WundSTARK – ICW-zertifizierte Wundzentren in Viersen und Mönchengladbach.
